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Mein Rettungstagebuch (Teil 1)

Ein sonniger Tag war vorausgesagt.
Es war 6.00 Uhr - Dienstbeginn. Ich lag auf der Couch und plante meinen Tag. Wo werde ich heute meine Frühstücksbrötchen kaufen, welcher Fleischer würde mir für das Mittagessen etwas Leckeres kochen.
Doch jäh wurden meine Gedanken durch meinen Pieper unterbrochen.

Mein Name ist Paul und ich arbeite als Rettungsassistent bei einer für den Rettungsdienst zuständigen Hilfsorganisationen. Seit geraumer Zeit fahre ich unser Notarzteinsatzfahrzeug und bin hilfreicher Assistent unseres Notarztes bei großen und kleinen Notfällen.

Mit einem leichten Knurren erhob ich mich von der Couch, nahm meinen Pieper aus der Halterung und begann zu lesen. Was ich da las, gab mir das Bedürfnis, mich gleich wieder hinzulegen.
Allein die Adresse - Merseburger Allee 115…
Dieses Haus besitzt 16 Etagen mit jeweils 12 Wohnungen. In 99% aller Anforderungen für dieses Haus, ging es aber nur um eine Wohnung. 5. Etage, die Wohnung hinten rechts.
Herr M-M-M-Meyer hatte wieder zum Besuch eingeladen.
Es ist nicht weit und daher ging es ohne, wie es so schön heißt, Sonder- und Wegerecht dahin.
2 Minuten Fahrt und wir stehen vor dem Haus.
Den weiteren Ablauf können wir schon voraussagen, denn es ist immer das Gleiche. Wir klingeln, es dauert etwa 2 Minuten, bis uns geöffnet wird. Wir fahren mit dem Fahrstuhl in die 5. Etage, die Wohnungstür ist bereits geöffnet, der Geruch von Alkohol dringt durch den Türspalt. Wir betreten die Wohnung, gehen gerade durch bis ins Wohnzimmer und dann liegt M-M-M-Meyer auf seiner Couch. Der obligatorische Kotzeimer, wie immer halb gefüllt, steht für den Showdown davor.
Obwohl wir die Antwort bereits kennen, fragen wir trotzdem nach dem Grund unserer Alarmierung. Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt und vielleicht bekommen wir ja doch mal eine andere Antwort. Aber heute lautet sie wie immer: E-E-E-ntzu-u-u-u-g.
Wie sicher zu erkennen ist, hat Herr M-M-M-Meyer ein kleines Problem mit der Artikulation. Wir wissen nicht, ob er das Problem schon als Kind hatte, oder ob sein Stottern äthyltoxisch bedingt ist. Aber in unserer Rettungswache sind wir uns einig, dass es die zweite Variante ist. Das Gros seiner Hirnzellen hat er mit französischem Pennerglück für 1.99€ die Flasche getötet.
Eigentlich hat Herr M-M-M-Meyer auch keinen Entzug. Halt nur keinen Alkohol mehr. Und neuen zu kaufen fühlt er sich nicht mehr in der Lage.
Nun hat nicht nur er ein Problem, sondern wir leider auch. Erstens ist es sinnlos, Herrn M-M-M-Meyer in ein Krankenhaus zu bringen, weil er dort sowieso nicht lange verweilen würde und zweitens ist das größte Problem ein Krankenhaus für ihn zu finden. Sobald man den Namen Meyer erwähnt und man muss den Namen zwangsläufig erwähnen, wird uns erklärt, dass es leider kein freies Bett mehr gibt. Nun müsste man nach dem Krankenhausgesetz einfach die nächste Klinik anfahren, die dann verpflichtet wäre, den Patienten aufzunehmen. Wobei man dann feststellen würde, dass ja komischerweise doch noch jede Menge Betten frei sind.
Herrn M-M-M-Meyer nach dem Krankenhausgesetz einzuweisen, würde aber bedeuten, dass man eine mittelgroße Einheit des SEK anfordern müsste, um Angriffe des Krankenhauspersonals abzuwehren. Dazu haben wir aber keine Lust und erklären deshalb, dass wir es ablehnen, ihn zum x-ten Mal zum Entzug zu fahren.
Nun folgt noch der Showdown. Herr M-M-M-Meyer fängt an zu würgen und hebt sein Haupt über den zuvor bereitgestellten Eimer. Da er zur frühen Morgenstunde noch nichts außer Billigfusel intus hat, kommt nur ein wenig Galle zum Vorschein - wie bitter.
M-M-M-Meyer ist leer, uns ist schlecht, also treten wir den Rückzug an.
Fix informieren wir noch unsere Leitstelle, dass wir wirklich bei ihm waren. Herr M-M-M-Meyer ist nämlich sehr vergesslich und erinnert sich knapp 2 Minuten nachdem wir aus seiner Wohnung verschwunden sind meist nicht mehr daran, dass wir da waren und fordert bei unserer Leitstelle erneut einen Notarzt an.
Für den heutigen Tag werden wir aber von ihm verschont bleiben, bis eine neue Besatzung in der Leitstelle eintrifft, die nicht weiß, dass wir heute schon Mal bei ihm waren.

Viele Dinge im Leben wiederholen sich. Auch wir kämpfen des Öfteren mit denselben Personen. Es ist zwar schön, wenn man etwas Konstantes in seinem Leben hat, aber ins Herz geschlossen haben wir diese Personen trotzdem nicht.
Kein Mensch, und mag seine soziale Ader noch so groß sein, empfindet Freude dabei, wenn er ein und denselben Menschen etwa 15 Mal in seinem Leben zum Entzug fahren musste und nun zum 16. Mal angefordert wird. Wenn man dies am Tag erleben muss, ist das schon ein Ereignis, bei dem sich nicht so recht Lebensfreude einstellen will. Aber da die meisten Leute erst in der Nacht um drei vom Alkohol so recht sentimental geworden sind, ist die Freude dann noch ein wenig geringer.
Selbst wenn die rezidivierenden Anforderer die Indikation ab und an ändern, so bleiben sie doch die Gleichen.

Frau Steig z.B. begann ihre Karriere als Probierschnittanrufer. 
Etwa einmal in der Woche hatte Frau Steig „ihr Leben satt“ und wollte sich die Pulsadern aufschneiden. Ob nun ihr sehr erhöhter Alkoholpegel oder einfach nur handwerkliches Ungeschick schuld daran war, dass ihr nur kleine Kratzer und Dilettantenquerschnitte an den Handgelenken gelangen, ist leider nicht eruierbar. Und obwohl es ihr jeder Kollege mindestens einmal richtig beibringen wollte, hat sie es leider nie verstanden und besser angestellt. 

Bevor Sie jetzt anfangen zu schreien, dass man so etwas den Leuten doch nicht auch noch erklären dürfte, möchte ich anmerken, dass wir das natürlich nur bei solchen Leuten machen, bei denen wir wissen, dass sie es nie ernst meinen. Und so oft, wie wir bei Frau Steig waren, konnten wir uns auch GANZ sicher sein, dass sie das durch uns vermittelte neue Wissen NIE anwenden werden würde.  
So blieb uns immer nur übrig, sie zum Chirurgen zu fahren, damit der die Wunden ein wenig versorgt und Frau Steig gleich noch 2 Etagen höher zur Psychodoktorin weiterschicken konnte.
Der nächste Schritt auf ihrer Karriereleiter bestand darin, dass die Probierschnittaktionen sich nun mit angeblicher Tabletteneinnahme abwechselten. Frau Steig hatte nur leider jedes Mal vergessen vorher Tabletten zu besorgen, damit sie uns die leeren Packungen als Beweis darbieten konnte. 
Selbst ihre Behauptung, dass sie die leeren Packungen aus dem Fenster geworfen hätte, konnten wir locker widerlegen. Hatte ihre Wohnung doch nur 2 Fenster, die beide auch noch zur selben Seite zeigten. Aus dem Erdgeschoss, in dem sie wohnte, hatte man den Boden vor den Fenstern auch recht gut im Blick. 
Nachdem ihr mehrmals vor Ort, probehalber, der Magen gespült wurde, verlor sie recht schnell das Interesse an schneiden und schlucken.
Nun frönte sie ihrem Hobby Alkohol noch mehr. Und da das Trinken sehr anstrengend ist, ließ sich Frau Steig nun öfters einfach fallen und spielte die Bewusstlose.
Bekamen wir nun einen Einsatz in ihrem Wohngebiet, der sich um eine bewusstlose weibliche Person drehte, wussten wir sofort, um wen es sich handelt.
Da wir ja nicht umsonst eine 2jährige Ausbildung gemacht haben, konnten wir stets recht schnell feststellen, dass es sich nicht um eine Bewusstlosigkeit handelt.

Aber nun zurück zu meinem heutigen Tag.

Mit dem kleinen Umweg über den Bäcker ging es zurück zur Wache - frühstücken. 
Frühstück, die Zigarette danach und dann wieder Couch. Ein wenig dem grausigem Fernsehprogramm am Morgen folgen. So der weitere Plan. Aber bereits bei Planabschnitt 2, wird alles durcheinander gewürfelt. Genau beim dritten Zug, piept es wieder. 

24 Jahre, weiblich, im Berufsschulzentum. Herz-Kreislauf-Probleme.
Freudestrahlend machen wir uns auf dem Weg zu unseren Autos. Dieser schwierige Fall erfordert die Alarmierung unseres Nef und des Rettungswagen.
Weiblich und erst 24 Jahre, wenn das mal nichts ist. 
Nach kurzer Fahrt sind wir da.
Ein Begrüssungskommando empfängt uns mit den Worten: „Am besten gleich die Bahre mitnehmen, die muss ins Krankenhaus."

Hallo?!? Haben die nicht den Notruf gewählt, weil sie mit der Situation nicht klarkamen und sind wir nicht die Profis, die aufgrund dieses Notrufs erschienen sind? Wäre doch nett, wenn wir unsere Arbeit selber planen dürften. Und außerdem! Wir haben keine Bahre. Wir sind mit roten Jacken ausgestattet. Und Männer in roten Jacken führen nur eine Trage mit sich. Die Bahre haben die Herren in den schicken schwarzen Anzügen. Und das sind die, die manchmal nach uns kommen.
Im zweiten Stock finden wir das junge Mädchen, tief nach Luft ringend und am ganzen Körper zitternd. Leider können wir nicht die gleichen tiefbetroffenen Gesichter wie die Ringsumstehenden machen. Denn wir haben es hier nicht mit einer schweren Herzkrankheit zu tun, sondern nur mit einer Hyperventilation. Diese Krankheit wird auch Hampelmannsyndrom mit Kasperhaltung genannt. Aber diesen ,nicht ganz so fachlich korrekten Ausdruck, behalten wir lieber für uns. Denn schon als wir als Heilmittel statt Defibrillator und Supermedikament nur eine einfache Plastetüte auspacken, verfinstern sich die Gesichter der anderen Leute in diesem Raum. Tüte vors Gesicht, ein paar beruhigende Atemanweisungen und schon geht es der Patientin besser. Fix noch ein Protokoll geschrieben und schon sind wir wieder weg.

Doch kaum das wir uns freigemeldet haben, kommt auch schon ein C auf unser Display am Funkgerät. Das bedeutet, dass wir gleich einen neuen Einsatz bekommen werden.
Als Einsatzindikation bekommen wir eine 8 auf unseren Pieper. Das bedeutet Unfälle jeglicher Art. 
Ein älterer Herr sei in seiner Wohnung gestürzt. Mehr steht nicht auf unserem Pieper.
Die Leitstelle sagt uns noch über Funk, dass ein RTW vor Ort sei, der dringend unsere Hilfe benötigt.
Über die Sachen, die uns erwarten könnten grübelnd, machen wir uns auf den Weg.
Beim Patienten angekommen, erwartet uns ein Anblick, als ob man grad ein Tier geschlachtet hätte.
Der ältere Herr war durch eine Synkope mit dem Kopf durch eine Glastür gestürzt. Dabei hatte er sich multiple Schnittverletzungen am Kopf zugezogen. Das Schlimmste war allerdings eine riesige Schnittwunde, die sich von einer Seite seines Halses, bis zur anderen erstreckte. Sie klaffte so weit auseinander, dass man wunderbar die Anatomie des Halses bewundern konnte. Die Jungs vom RTW hatten bereits einen Zugang gelegt, durch den HAES in den Kreislauf des alten Mannes lief.
Die Wunde am Hals war steril abgedeckt. Mehr kann man als Besatzung des RTW nicht machen.
Glücklicherweise hatten die Scherben alle wichtigen Teile des Halses verfehlt. So lag er zwar blass und blutarm rum, hatte aber eine suffiziente Atmung und war wach.

Ich benutze bewusst den Begriff wach. Wenn ich höre, dass ein Patient ansprechbar sei, rollen sich mir die Zehennägel auf ein Zehntel ihrer Originalgröße zusammen.
Sicher, ein Patient ist ansprechbar, kann aber trotzdem tot sein. Wenn ich Blumen gieße, spreche ich auch diese an. Ich kann die Tür, den Kühlschrank, mein Bett und alles Inventar meiner Wohnung ansprechen, ob ich eine Antwort erhalte ist eine andere Sache.
Also ist alles in unserem Leben ansprechbar und die Sachen, die uns antworten wach.

Zurück zu unserem Patienten.
Er lag also da, atmete in ausreichendem Maße und sprach mit uns. Wir deckten die Wunde steril ab und übten einen leichten Druck auf die Abdeckung aus. Stark blutende Wunden sollte man ja mit einem Druckverband versehen, aber am Hals ist diese Vorgehensweise kontraindiziert. Dann könnten wir ihn gleich verbluten lassen und müssten uns nicht erst die Mühe machen, ihn zu erwürgen.
Der vorhandene venöse Zugang wurde noch mit einem 3-Wegehahn versehen, damit zwei Infusionen gleichzeitig den Kreislauf des Herrn auffüllen konnten. Am anderen Arm legten wir gleich noch einen Zugang, so dass vier Infusionen dem Blutverlust entgegen wirken konnten.
Schnellstmöglich brachten wir unseren Patienten in den RTW und fuhren mit ihm in die Uniklinik.

Nach dieser guten Tat hatten wir uns doch wirklich ein gutes Mittagessen verdient. Wir fuhren zum nächstgelegenen Fleischer und betraten diesen fröhlich. Die Freude verzog sich aber, als uns, noch nicht einmal komplett durch die Tür getreten, zugerufen wurde, dass hier nichts passiert wäre und wir nicht gerufen worden wären.

Bis ich angefangen habe im Rettungsdienst zu arbeiten, dachte ich immer, dass ich, wie jeder andere Mensch auch, von meiner Mutter geboren wurde. Manchmal komme ich mir jetzt aber vor, als sei ich ein Roboter, dem man eine täuschend echte Menschenhaut übergezogen hat. Liebe Mitbürger, wir sind auch Menschen, die zum Fortführen ihrer Lebensfunktionen Nahrung benötigen. Oder wie es mein Kollege ausdrückt: Ohne Mampf kein Kampf!
Ich geh auch nicht gern zum Zahnarzt und trotzdem kreische ich ihm auch nicht gleich entgegen, sollte ich ihn mal auf der Straße treffen, dass meine Zähne alle in Ordnung wären und er sich wieder nach Hause bewegen könnte.
Manchmal ist es schon komisch in einem Beruf zu arbeiten, wo einen keiner sehen will. Erst wenn große Not herrscht, dürfen wir aus unseren Löchern kriechen und sind plötzlich gern gesehene Gäste an diesem Ort. 
Aber warum ist das so?
Ich weiß es auch nicht. Denn eigentlich sind wir doch die Guten und verbreiten kein Kummer und Schmerz.

Aber wieder wurden meine Gedanken durch den Pieper gestört. Die Minen der Fleischereifachverkäuferinnen und unsere tauschten den Ausdruck. Ihre wurden fröhlich, weil wir gingen und nun keiner mehr glauben musste, dass das Essen hier so schlecht sei, das der Rettungsdienst die Leute raustragen muss. Und unsere verfinsterten sich, weil wir hungrig abtreten mussten. Der Volksmund sagt ja, dass ein voller Bauch nicht gern arbeitet bzw. studiert. Nach langer, aufgezwungener Studie, kann ich aber sagen, dass ein leerer Bauch das auch nicht gerne tut.

Ein Mann wäre in der Sauna kollabiert, heißt es auf unserem Pieper.
Ein Einsatz in einer Sauna bedeutet immer doppelte Qual. Erstens ist es bekanntermaßen in einer Sauna sehr heiß. Schon nackt zerfließt man förmlich in solch einer Schwitzfolterkammer. Ist man dann noch angezogen, läuft einem das Wasser in Sturzbächen über den ganzen Körper. Die zweite Folter ist die Tatsache, dass die Leute immer dann umfallen, wenn reine Rentnersauna angesagt ist. Und etwa 700 Jahre altes Fleisch auf 10 Körper verteilt ist nun wirklich nicht der Stoff, aus dem heiße Träume gemacht sind.
Nichtsdestotrotz sind wir ja Profis und nur für unsere Patienten da. 
Angekommen, konnten wir erstmal feststellen, dass unser Patient bereits in den Ruhebereich gebracht wurde. Dort ist es zwar nicht mehr ganz so heiß wie in der Sauna direkt, aber trotzdem noch warm genug, dass wir innerhalb weniger Sekunden im eigenen Saft schmorten. Die hohe Luftfeuchtigkeit tut ihr übriges.
Als wir den Patienten sahen, wussten wir sofort, dass er nicht nur eine Synkope erlitten hatte. Der Mann sah richtig krank aus. Man sah im die massiven Schmerzen im Thorax an. Sein Gesicht war aschgrau. Schnell schlossen wir das EKG an, der Blutdruck wurde gemessen und ein Zugang wurde gelegt.
Der Patient berichtete von einem linksthorakalen Schmerz, der in den linken Arm und in den Kiefer ausstrahlt. Das EKG bestätigte unsere Annahme – der Patient hatte einen akuten Herzinfarkt. 
Nachdem der Zugang gelegt und Blut abgenommen worden war, bekam der Patient erstmal Morphin, um seine Schmerzen zu lindern. Desweiteren bekam er ASS und Heparin zur Blutverdünnung. Fix ins Auto, Sauerstoffmaske auf die Nase und schon ging es ab ins Herzzentrum. 

Nun konnten wir in die Wache zurückfahren und uns langsam auf den Feierabend einstellen. Die Leitstelle war heut gnädig mit uns und gab uns keinen Einsatz mehr. Die Ablösung kam auch pünktlich und so konnte ich mich in Ruhe umziehen und mich nach Hause begeben.

Natürlich hatten wir an diesem Tag noch mehr Einsätze. Aber die waren nicht so sehr spannend. Und Sie möchten doch nur die spannenden, lustigen und blutigen Sachen hören, oder?
Sie lesen dieses Buch doch, um, wie es der Psychologe ausdrücken würde, Ihr eigenes Ich zu stabilisieren.
Sie interessiert doch die Action. Tut es nicht gut zu lesen, dass es anderen Menschen schlechter geht als Ihnen? Das eigene Leben kommt einem doch gleich viel schöner vor, oder?
Sie werden jetzt sicher gleich mit der Frage kontern, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Sie denken sicher, dass ich mich als Superman, als Spitzenretter und richtig geilen Typen hinstellen will.
Warum fühlen Sie sich gleich so angegriffen? Habe ich nicht vielleicht doch ein bisschen recht? 
Schämen sie sich nicht deswegen. So ist der Mensch nun mal.
Und um auf Ihre Erwiderung zu antworten. Nein, ich will mich nicht als tollen Typen hinstellen. Für mich ist dieses Buch Psychohygiene.
Wie schon einmal erwähnt, sind wir auch nur Menschen. Und Menschen werden von solchen Eindrücken, wie wir sie erleben geprägt. Sie hinterlassen Spuren, auch wenn wir eine eigene Art haben damit umzugehen.
Diese Dinge aufzuschreiben, darüber zu reden, reinigt die eigene Psyche.
Wir helfen uns also gegenseitig. Ich liefere ihnen spannende Geschichten und sie hören mir zu.




17.2.09 20:48


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